Am 13. Oktober 2026 endet der erweiterte Support für Office LTSC 2021 – und damit auch für Project und Visio 2021. Wer dieses Datum verstreichen lässt, betreibt danach eine Bürosoftware ohne Sicherheitsupdates, ohne Fehlerbehebungen, ohne offizielle Compliance-Unterstützung. Für viele kleine Unternehmen und Selbstständige, die bewusst auf ein Abo-Modell verzichtet haben, stellt sich spätestens jetzt die Frage: Weitermachen auf dem eingetretenen Pfad oder umsteigen?
Die gute Nachricht: Es gibt klare Alternativen, die sich ohne Microsoft-365-Abonnement nutzen lassen. Dauerlizenz-Versionen existieren weiterhin – mit neuem Funktionsstand, längerer Support-Laufzeit und ohne monatliche Grundgebühr. Welche davon für Ihren Einsatzzweck passt, hängt von wenigen, aber entscheidenden Kriterien ab.
In unseren Kundengesprächen taucht gerade diese Frage besonders häufig auf: "Muss ich jetzt auf Microsoft 365 wechseln, oder gibt es noch einen anderen Weg?" Die Antwort ist eindeutig: Es gibt ihn.
Was das Support-Ende von Office LTSC 2021 konkret bedeutet
Microsoft unterscheidet zwischen dem Ende des Mainstream-Supports und dem Ende des Extended Supports. Für Office LTSC 2021 fällt beides auf denselben Termin: den 13. Oktober 2026. Ab diesem Datum veröffentlicht Microsoft keine Sicherheits-Patches mehr für diese Version.
Das ist keine abstrakte Drohung. Sicherheitslücken in Office-Anwendungen werden regelmäßig aktiv ausgenutzt. Der Patch Tuesday im April 2026 schloss 167 Schwachstellen, darunter eine aktiv angegriffene Office-Lücke. Wer ab Oktober 2026 noch auf LTSC 2021 setzt, bekommt solche Fixes nicht mehr. Ransomware-Gruppen und staatliche Akteure beobachten End-of-Life-Termine genau – veraltete Versionen werden bevorzugte Angriffsvektoren.
Für Unternehmen mit Compliance-Anforderungen (ISO 27001, BSI-Grundschutz, branchenspezifische Regularien) kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu: Eine nicht mehr gepatchte Softwareversion lässt sich in vielen Zertifizierungsrahmenwerken nicht mehr als "sicher betrieben" ausweisen. Das ist kein theoretisches Risiko, sondern ein konkreter Audit-Befund.
Office 2021 Standard vs. Professional Plus: Was Sie jetzt noch nutzen können
Wer Office 2021 nicht im LTSC-Kanal, sondern als Dauerlizenz-Einzelversion einsetzt, sitzt technisch auf derselben Codebasis – mit demselben Ablaufdatum. Auch die kommerziellen Einzel-Versionen von Office 2021 laufen am 13. Oktober 2026 aus dem Support.
Office 2021 Standard für Windows enthält Word, Excel, PowerPoint, OneNote und Outlook. Office 2021 Professional Plus ergänzt diesen Umfang um Access und Publisher sowie Power Pivot in Excel. Power Query ist in beiden Varianten verfügbar – das ist ein häufiges Missverständnis, das wir im Support regelmäßig klären: Power Query steht seit Excel 2016 in allen Editionen zur Verfügung, Power Pivot hingegen ist tatsächlich nur in Professional Plus und den Volume-Lizenzen enthalten.
Für Nutzer, die heute noch Office 2021 einsetzen, bedeutet das Support-Ende: Der laufende Betrieb bleibt technisch möglich, aber aus Sicherheitssicht nicht mehr empfehlenswert – spätestens ab dem vierten Quartal 2026.
Office 2024: Die direkte Nachfolge-Generation mit mehr Laufzeit
Die naheliegendste Alternative zu Office 2021 ist die aktuelle Generation: Office 2024. Auch hier gilt das Dauerlizenz-Prinzip – kein Abo, einmalige Zahlung, dauerhafte Aktivierung beim Microsoft-Server. Der Support für Office 2024 läuft voraussichtlich bis Oktober 2029, also drei Jahre länger als der für Office 2021.
Funktionell hat sich zwischen den Generationen einiges getan. Excel 2024 enthält neue Formelfunktionen (unter anderem GROUPBY und PIVOTBY), die komplexe Auswertungen ermöglichen, ohne auf Power Pivot oder externe Abfragen ausweichen zu müssen. Die KI-gestützten Funktionen in Word und PowerPoint sind in der Dauerlizenz-Version eingeschränkter als in Microsoft 365, aber die Kernfunktionen für professionelles Arbeiten sind vollständig vorhanden.
Für Windows stehen zwei relevante Varianten zur Verfügung:
- Office 2024 Home (Word, Excel, PowerPoint, OneNote) – ohne Outlook, geeignet für Privatnutzer und Anwender, die E-Mail über andere Clients abwickeln
- Office 2024 Standard (Volume-Kanal, enthält Outlook) – für gewerbliche Nutzer, die einen vollständigen Büroarbeitsplatz benötigen
- Office 2024 Professional Plus (Volume-Kanal, enthält Access, Publisher, Outlook und Power Pivot) – für Unternehmen mit komplexen Datenbankworkflows oder bestehenden Access-Anwendungen
Für Mac-Nutzer gilt: Office 2024 Home and Business für Mac enthält Outlook und ist die empfohlene Wahl für gewerbliche Anwender. Access und Publisher sind für macOS nie erschienen und stehen auch in Office 2024 nicht zur Verfügung.

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Die Antwort hängt im Wesentlichen von drei Fragen ab: Nutzen Sie Outlook als primären E-Mail-Client? Setzen Sie Access-Datenbanken ein? Und: Arbeiten Sie unter Windows oder macOS?
Wenn Sie bisher Office 2021 Standard unter Windows eingesetzt haben und Outlook benötigen, ist Office 2024 Standard die direkte Entsprechung. Wenn Sie Outlook nicht brauchen – etwa weil Sie Exchange über Thunderbird oder einen Webmail-Client ansprechen – genügt Office 2024 Home für Windows.
Wer hingegen auf Power Pivot angewiesen ist, etwa für Datenmodelle in Excel mit mehreren Tabellen und DAX-Formeln, kommt an Office 2024 Professional Plus nicht vorbei. Das betrifft typischerweise Controlling-Abteilungen, Steuerberater-Kanzleien und kleine Buchhaltungsbüros, die keine vollständige BI-Lösung einsetzen, aber regelmäßig Datensätze im sechsstelligen Zeilenbereich auswerten.
Selbstständige und Freiberufler sollten außerdem beachten: Die Home-Variante ist für den nicht-kommerziellen Einsatz konzipiert. Wer Office beruflich nutzt, sollte zu Standard oder Professional Plus greifen und die Lizenzbedingungen für die konkrete Nutzungsart prüfen.
Dauerlizenz statt Abo: Was spricht noch immer dafür?
Die Preiserhöhungen bei Microsoft 365 Business-Plänen, die zum 1. Juli 2026 in Kraft treten, machen die Dauerlizenz-Alternative für viele Betriebe wieder attraktiver. Für einen Einzelarbeitsplatz, der keine Cloud-Synchronisation, keine Mobile-Apps und keine automatischen Feature-Updates benötigt, rechnet sich die Dauerlizenz bereits nach weniger als zwei Jahren gegenüber einem monatlichen Abonnement.
Der wesentliche Unterschied zum Abo ist dabei nicht der Preis allein. Es geht um Planbarkeit: Eine Dauerlizenz ist eine bilanzierbare Investition mit bekanntem Support-Enddatum. Kein automatisches Preisanstieg, keine Lizenzbedingungsänderungen im laufenden Betrieb, kein Zwang zur Cloudanbindung für die Kernfunktionen.
Was Dauerlizenz-Versionen nicht bieten: keine monatlichen Feature-Updates, kein Zugriff auf Copilot-Funktionen (die Microsoft 365-exklusiv bleiben), keine automatische Synchronisation über OneDrive oder SharePoint. Wer diese Funktionen aktiv nutzt, ist beim Abo besser aufgehoben. Für alle anderen ist eine sauber lizenzierte Einzelversion nach wie vor eine vollwertige Option.
Wichtig für die rechtliche Einordnung: Volume-Lizenzen, wie sie Office 2024 Professional Plus und Office 2024 Standard zugrunde liegen, werden nach dem EuGH-Urteil C-128/11 (UsedSoft) unter dem europäischen Erschöpfungsgrundsatz als übertragbar eingestuft, wenn sie ordnungsgemäß dokumentiert sind. Die Aktivierung erfolgt direkt bei Microsoft – eine dauerhafte Aktivierung auf einem Gerät ist damit technisch wie rechtlich klar geregelt. Bitte prüfen Sie die Lizenzbedingungen für Ihre konkrete Nutzungsart.
Welche Version passt zu Ihnen?
Wer heute noch Office 2021 betreibt, hat bis Oktober 2026 Zeit für eine geordnete Migration – aber die Planung sollte jetzt beginnen, nicht im September. Für die meisten Windows-Nutzer mit gewerblichem Einsatz ist Office 2024 Standard die logische Nachfolge: vollständiger Funktionsumfang inklusive Outlook, dreijährige Mehrunterstützung gegenüber Office 2021 und keine Abhängigkeit von einem Cloud-Abonnement. Wer Access oder Power Pivot benötigt, wählt Office 2024 Professional Plus. Mac-Anwender greifen zu Office 2024 Home and Business für Mac. Die Entscheidung ist damit weniger komplex, als sie auf den ersten Blick wirkt – vorausgesetzt, Sie kennen Ihre tatsächlichen Anforderungen.